Richard Meier MAK Empty House

    

     Richard Meier MAK Empty House  (36 Bilder)    -     vom 07. - 10. März 2013

 

 

Museum im Rohzustand

 

Nach Fertigstellung und Eröffnung vor 27 Jahren wird der Richard-Meier-Bau am Museumsufer in Frankfurt zurück in seinen Originalzustand versetzt. Ohne Einbauten, ohne Umbauten, ohne Verkleidungen, ohne Ausstellungsstücke bietet der Anblick völlig andere Einsichten. Entkleidet von "des Kaisers neuen Kleidern" werden Blickachsen wieder freigesetzt, die vorher hinter künstlichen Wandverschalungen, Abdeckungen und Folien verborgen blieben. 

Noch bevor die neuen Ausstellungen nach grundlegend überarbeitetem Konzept aufgebaut sind, bietet das Museum für Angewandte Kunst (MAK) mit neuer Museumsleitung, Matthias Wagner K, die Chance, das Gebäude in seiner ursprünglichen Form zu besuchen, zu erleben und zu beobachten. Ergänzt durch eine Broschüre und verschiedenen Veranstaltungen zur Architektur – Vorträgen, Musik und Führungen – öffnet sich das leere Haus im März 2013 für kurze Zeit für die Besucher.

 

Architekt Richard Meier und sein Haus werden zum Hauptdarsteller. Organisiert von Thibaut de Ruyter in Zusammenarbeit mit dem Deutschen Architekturmuseum Frankfurt, dem Fotografen Prof. Dieter Leistner und vielen anderen Beteiligten.


Konzipiert hat die Performance, die während der Aktionstage am 8. März im Empty House vorgestellt werden soll, der Projektorganisator Olaf Nicolai. Eine spielerische Kulisse soll im leeren Haus entstehen. Gesänge und Gesumme aus verschiedenen Positionen sollen das Haus lautmalerisch erfüllen. In Robert Schumanns Klavierstück „Humoreske“, op. 20 findet sich zwischen der Notation für die linke und die rechte Hand ein drittes, mittleres Notensystem, das nicht gespielt werden kann. Schumann hat es als „Innere Stimme“ betitelt. Wie aus dem Wald soll es im leeren Haus tönen und die Besucher aufhören lassen. In einem Saal ist eine Theke aufgebaut, um für die nötige Menge an Getränken zu sorgen. Der Überraschungseffekt soll gewährleistet sein. Besucher kommen auf ihre Kosten und erleben, was es mit der Architektur im MAK auf sich hat.


Thibaut de Ruyter hob während seiner Führung am 06. März durch das leere Haus die breiten Sockelleisten hervor, die Richard Meier vorsah, die aber während der letzten Jahre vor weißer Wand verdeckt waren. Manche der Fensterwände  verschlossen, so dass Blickachsen mit Fensteröffnungen auf einer Linie durch das gesamte Gebäude einen völlig anderen Eindruck und eine völlig veränderte Lichthelligkeit der Räume zu Folge hatten. Umfangreiche Renovierungsarbeiten wurden zwar durchgeführt während Ulrich Schneider der Direktor des Museums war, aber die Mängelliste hat das nicht verringert. Das Gebäude, so schön und herrlich es ist, fordert Zoll, darüber sind die Fachleute sich einig. Abgehängte Decken an den Seitenrändern der Säle, dort verläuft die unsichtbare Lüftungsanlage. Im Hohlfußboden unter dem Parkett ist die Elektrik untergebracht. An mehreren Stellen sind kleine runde Bodenöffnungen mit Ausgängen für elektrische Anschlüsse. Inwieweit das angegriffene Parkett abgeschliffen werden soll, stand noch nicht fest. Sicher ist, eine Behandlung des edlen Fußbodens ist unumgänglich. An vielen Stellen lagen permanent Teppichböden, so dass unschöne Lichtränder entstanden sind. Dachfenster waren abgedunkelt, damit die Helligkeit nicht zu stark eindringt. Der gemusterte Teppichboden auf der Flurrampe, soll durch einen einfarbig hellgrauen ersetzt werden, wie das bei Eröffnung des Museums vom Architekten gedacht war.
 

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